Dies ist nun schon das 6. Jahr meiner Mittwochstouren.
Einiges hat sich verändert an meinem Blog in dieser Zeit.
So kann ich keine Läufe mehr machen wie noch 2012, ich gehe auch nicht mehr strikte an jedem Mittwoch auf Wanderschaft, dafür nehme ich mir mehr Zeit fürs Fotografieren.

Auch 2017 wird es wieder Veränderungen geben.
Ich habe jetzt zwar mehr Zeit fürs Wandern und Biken, aber ich werde davon seltener einen Blog schreiben.
Ich will nur dann einen Bericht schreiben, wenn ich etwas Besonderes erlebt habe - ich will mich keinesfalls selber unter Druck setzen, an einem neblig grauen Tag einen Bericht schreiben zu "müssen" nur weil Mittwoch ist.

Wandern kann ich ja dann trotzdem, auch im Regen.



Die bisherigen Touren der früheren Jahre:

Neu gibt es jetzt noch einen Bericht über meine Freizeitbeschäftigung: derwegzumboot.blogspot.com

Kontakt: alfred-lehmann@bluewin.ch

Freitag, 23. Juni 2017

21.6.2017 Wanderung von Montana der Bisse du Tsittoret entlang

Auf dem Weg zum Start des Bissen-Wanderwegs:



Ein Tannenhäher:


Wanderweg entlang der Bisse:





Blumenreiche Matten:













Unterwegs: ein Jungvogel, hungrig, weiss nicht was das für einer ist, noch etwas unbeholfen.










Im obersten Teil der Wanderung, beim Ursprung der Bisse, ist die Vegetation karger, aber auch schön:





Hier wird der Bergbach in eine Bisse (rechts) und einen normalen Bachlauf (links) aufgeteilt.




Die Bissen (Suonen) sind ja ein altes Bewässerungssystem, bei dem Wasser im Oberlauf eines Bergbaches abgezweigt und in Kanälen am Berghang entlang geführt wird.



Teilweise queren diese Kanäle senkrechte Felswände. 
Die zur Pflege der Bissen parallel geführten Pfade sind über grosse Strecken als Wanderwege ausgebaut - zum Teil mehr als abenteuerlich!

Vgl. Link: 21.8.2013 Bisse Niwärch, Baltschiedertal





Bild von meiner Wanderung entlang der Bisse Niwärch 2013 (jener Bissen-Wanderweg ist schon anspruchsvoller, links geht es hier etwa 100m senkrecht runter).












Aber es gibt noch verrücktere: Hier zum Beispiel ein Bild aus dem Büchlein "88 Suonenwanderungen" - nicht mehr wirklich gemütlich!












Im Lauf der Bisse hat es Abzweigungen, an denen das Wasser in die darunterliegenden Felder geleitet wird:



Ich erinnere mich noch an meine Kindheit, als wir einmal einer schmalen Bisse gefolgt sind, und wo der Bauer am vorgesehenen Ort eine grosse Schieferplatte quer ins Bachbett gehauen hat. So hat er das Bächlein zum Ueberlaufen gebracht und damit "sein" Wasser abgezweigt.

Heute geschieht das etwas kontollierter:



Zum allergrössten Teil sind die Bissen-Wanderwege sanft und beschaulich:






Natürlich ist das Wallis auch ein Paradies für Schmetterlinge - und damit auch für mich!




Ein Glücksfall, dieses schöne Braunauge:



Den nächsten Schmetterling sehe ich immer wieder ganz schnell und nervös über die Felder flattern. Nur einmal macht einer in der Nähe eine Verschnaufpause - er öffnet sogar ein wenig seine Flügel und bekommt damit auch einen Namen: 

ein Waldbrettspiel:



Und zuletzt noch das absolute Highlight des Tages: ein blauschwarzer Eisvogel!!:



Ich habe erst einmal einen Eisvogel gesehen, damals ein kleiner Eisvogel (es hat nur gerade 1 Bild gegeben):

Link: 201.7.2016 Wanderung zur Sunnig Aar

Welches Erlebnis heute für mich, einen Eisvogel so lange fotografieren zu können, bis es einem einfach verleidet....!
Es ist wohl einer der allerschönsten Schmetterlinge hierzulande!

Darum hier noch 3 weitere der allerbesten Bilder:
(von insgesamt gut 150....)








Und schliesslich noch das letzte Bild dieser heutigen sehr schönen Tour:







Dienstag, 13. Juni 2017

13.6.2017 Wanderung Ampächli - Wildmadfurggeli - Mettmen (Glarus)

Heute gibts wieder mal eine Wanderung weitab von den mir gut bekannten Gegenden.

Vor langem habe ich einmal in einem Heftlein im Zug eine Wanderung beschrieben gesehen und habe mir davon ein paar Stichworte auf die Rückseite einer Quittung gemacht.
Ich kann das Gekritzel selber kaum noch lesen.
Und doch: heute will ich diese Tour machen.








Vom Fresszettel...:


















....über die Tourenplanung auf dem Smartphone....









... und heute in natura:



Start in Ampächli, oberhalb von Elm.
Man sieht auf der gegenüberliegenden Talseite im Dunst das Martinsloch:



In dieser Gegend "Sardona" war ich vor 4 Jahren auf einer 5-tägigen Wanderung mit meinen Jasskollegen:






Link: Juli 2013 Sardona-Weltkulturerbe-Tour







Auf Bergwanderungen im Frühling geht das immer so:
Man gelangt von der üppigen Vegetation im Tal zu den Ankebälleli...:



... den Anemonen..:



... den Enzianen und Schlüsselblumen...:




und manchmal, so wie heute, auch noch zu den Soldanellen:





Heute als Besonderheit auf dem Abstieg noch das erste Büschel Alpenrosen:



Im Aufstieg dieser schmucke Bergsee auf etwa 2000m, das Chüebodenseeli:



Die meisten Schmetterlinge flattern mir heute davon.
Nicht so dieser, wahrscheinlich aus der Familie der Spanner, jedenfalls kein guter Flieger:



Er kommt jeweils nur etwa 2-3 m weit, dann stürzt er wieder ab.

Während all dem Fotografieren segelt auf einmal ein Steinadler nicht allzu hoch über mir durch:



 Mit den weissen Flecken auf der Flügelunterseite muss das ein Junger sein.

Ups: Da gehts noch etwas durch den Schnee!



Ich habe das erwartet anhand der Karte: ein nordwärts gerichteter Schattenhang auf 2300m.

Dafür habe ich extra:
A: Gamaschen eingepackt

B: die grossen Rädchen an den Wanderstöcken montiert, und vor allem:
C: das Bike zu Hause gelassen....



Der Uebergang Wildmadfurggeli:








Kurz nach dem Uebergang ist dieser Platz für die besondere Hochzeitsfeier (allerdings mit 2-3stündigem Anmarsch):

Auf dem Abstieg durch die Schneefelder: Diese Gemse und ich, wir überraschen uns beide gegenseitig:




Zuletzt im Talboden noch diese schönen Pilze, deren Namen ich leider gar nicht kenne:



Nun gehts wieder die gut 4 Stunden nach Hause.
Aber ich habe ja noch eine Wasserleiche im Gepäck, da wird es mir gar nicht langweilig.

PS: natürlich nur literarisch - Michael Theurillat.

Das war eine ganz besondere schöne Tour - ich werde bestimmt bald wieder mal in die Innerschweiz auf eine Tour gehen!





Samstag, 3. Juni 2017

2.6.2017 Mit dem Bike: Thun - Interlaken, via Eriz - Sichle - Beatenberg

Der Weg über die Sichle ist schon lange auf meinem Wunschzettel.

Auf früheren Touren: Blick zur Sichle von Norden her ... :



Link:  28.10.2014: Thun - Eriz - Honegg

... und von Süden her, der Uebergang zu hinterst im Justistal, vom Niederhorn aus:



Link:  14.11.2012: Thun - Niederhorn

Dass ich gerade heute dorthin gehe hat den Grund darin, dass vor 3 Tagen im Eriz ein Bär gesichtet wurde, erstmals im Kanton Bern seit 1823!
Es könnte ja sein, dass ich ihn sehe - am liebsten auf Distanz, z.B. an einem Gegenhang mit einem ordentlichen Graben dazwischen.
Jedenfalls packe ich das Tele in den Rucksack, für alle Fälle.

In Schwarzenegg sieht alles noch ziemlich friedlich aus:



Aber der Blick in die andere Richtung, wo ich hinfahre, ist nicht ganz so gemütlich:



Es ist verhext. 








Die einzige grössere Regenzelle schon am Mittag ist ausgerechnet in der Nähe des Eriz!:









Die Sichel ist 1680m hoch, bis auf ca. 1400m führt ein gut fahrbares Strässchen hoch:


Am Ende dieses Strässchens beginnt (wie erwartet) ein Bergpfad, auf den sich wohl kaum je Biker verirren.
Meine Biketouren sind halt oft auch "mit einem Bike erschwerte Wanderungen".

Hinter mir beginnt ein Donnergrollen in den Wolken - ich will wenigstens noch bis zum nahen Abhang gehen und zur Sichle hochschauen, dann entscheiden ob ich umkehren muss:



Es scheint eher etwas heller dort oben, und der ferne Donner ist verstummt - also weiter.

Der Weg ist beschwerlich.
Ich habe keine Zeit mehr um nach Bären Ausschau zu halten.
Zum Glück noch kein Regen (ausser einem Tröpfchen auf der Linse), auch nie einen Blitz gesehen.



Noch 150 Höhenmeter, mühsamer Weg, einsam, wieder das ferne Donnergrollen im Rücken, der Bär im Nacken?..., die Stimmung ist leicht angespannt.

Dann - urplötzlich, aus dem Nichts heraus ein ohrenbetäubender, gewaltiger Knall, direkt vor mir?? Ein vielfaches Echo hallt in den Felsen nach.
Mit stockt der Atem.

Zum Glück, nach einem Moment höre ich in grosser Höhe die beiden Militärjets abziehen, die diesen Ueberschallknall ausgelöst haben.....

Bei allem Verständnis für militärische Uebungen - die haben mich hier, bei der Gewitterlage, im ganz falschen Moment erwischt und einen gewaltigen Schreck ausgelöst....

Erleichterung, als ich oben auf dem Pass ankomme:



Bei der ersten Alphütte kann ich vor dem einsetzenden Regen etwas unterstehen, die Bäuerin bringt diesem armen Schlucker sogar gleich einen Kaffee!






Ich habe einen warmen Kaffee selten so genossen wie hier!











Nach einer Pause gehts weiter das Justistal hinunter Richtung Beatenberg:



Und noch ein Blick zurück zur Sichle:



Letztes Bild kurz vor Beatenberg: Ich glaube, die Meteorologen sagen diesen Wolken nach geschlagener Gewitterschlacht "Rückseitenwetter":



Mit dem Kraulen in einem Bärenfell ist es heute nichts geworden.
Ich hätte ihn gerne gesehen, auf Distanz natürlich.

Die Sichtung am Dienstag erfolgte noch ein Tal weiter östlich, auf dem Grünenbergpass.
Ich kenne die Gegend dort von einer früheren Tour her:



Link:  24.6.2015: Habkern - Grünenbergpass - Gemmenalphorn

Absolut verlassen, menschenleer, ideales Gelände für den Bären!

Ich hoffe, er bleibt lange dort und findet nicht meinen heutigen Weg über die Sichle ins Justistal. Es würde ihm gar nicht gut bekommen, wenn man ihn in Sigriswil oder Beatenberg sichten sollte. 
Da würde ein Medienhype losgehen, die Leute würden hysterisch gemacht, bis man ihn schliesslich abknallen "müsste".


Darum, Bär:  Bleib doch - bitte! - auf der Rückseite dieser Sieben Hengste - da wo Du jetzt bist und ungestört bleiben kannst!!

(ich bin so nah an den Felsen dran, dass ich dieses Panoramabild aus 3 Photos nicht "begradigen" kann)